Igi · Alltag
PFLEGE‑DASHBOARD

Kurze Hilfe für schwere Momente.

Ein ruhiger Spickzettel für den Alltag im Pflegeheim (Demenz). Du klickst ab – der Kopf wird leiser. Kein Test. Kein Streit. Erst Sicherheit, dann Würde.

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Wenn’s knallt: Tempo runter1 Satz1 Angebot.
Heute schnell (ca. 5 Minuten)
10 intensive Situationen

Jede Situation ist gleich aufgebaut: Sofort (Sicherheit) · Gespräch (Würde) · Dokumentation · Eskalation (wenn nötig) · Don’ts.

1) Abendliche Unruhe / Umherlaufen Sundowning
aufklappen

Sofort Sicherheit

Gefahren raus: Stolperstellen, offene Türen, scharfe Gegenstände.
Wenn möglich: 1 Person führt, 1 beobachtet (ruhig, nicht eng).
Langsam sprechen. Kurze Sätze. Schritt für Schritt.

Gespräch Würde

Gefühl spiegeln: „Du wirkst unruhig / du suchst etwas.“
1 Angebot statt 5: „Komm, wir setzen uns kurz hierhin.“
Ritual: Wasser/Tee + leise Musik (2–3 Lieder).

Dokumentation

Uhrzeit + Trigger (Lärm, Besuch, Hunger, Toilette, Müdigkeit).
Was half? Was verschlimmerte?

Eskalation

Sturz-/Weglauftendenz → Team holen, Standard anwenden.
Akute Selbst-/Fremdgefährdung → Hausstandard / Leitung.

Don’ts

Nicht diskutieren („Du musst jetzt schlafen“). Kein Tempo‑Druck.
2) Aggression / Überforderung laut / körpernah
aufklappen

Sofort

Abstand + offene Hände. Fluchtweg frei lassen.
Reize runter: Publikum weg, TV leiser, Licht angenehmer.
Keine schnellen Berührungen.

Gespräch

„Ich sehe, das ist gerade zu viel.“ (1 Satz)
Wahl geben: „Hier sitzen oder kurz ans Fenster?“
Bedürfnis prüfen: Schmerz, Toilette, Hunger, Scham.

Dokumentation

Auslöser + Kontext (Pflegehandlung, Besuch, Wartezeit).
Schmerzzeichen / Schlaf / Medikation notieren.

Eskalation

Gefährdung → Team/Leitung nach Standard.
Wiederholt? Arzt/Team‑Review (Schmerz/Infekt/Delir möglich).

Don’ts

Nicht „gewinnen“ wollen. Nicht festhalten ohne Standard/Team.
3) „Ich will nach Hause“ / Heimweh Zeitreise
aufklappen

Sofort

Mitgehen im Gefühl: „Du vermisst dein Zuhause.“
Begleiten, nicht blocken (Weglaufen verhindern ohne Kampf).

Gespräch

1 Frage: „Wie war’s zuhause?“
Umlenken: „Hilfst du mir kurz …?“ (Tee, falten, Foto).

Dokumentation

Wortlaut + Tageszeit + was beruhigt?

Eskalation

Weglauftendenz → Tür-/Begleitstandard.

Don’ts

Nicht diskutieren („Du bist doch hier zuhause“).
4) Essen/Trinken verweigert Druck raus
aufklappen

Sofort

Kein Druck. Sitzposition checken, warm, ruhig.
Kleine Portionen / Lieblingsgeschmack.

Gespräch

Wahl (2 Optionen): Tee oder Wasser?
Mitmachen: gemeinsam 1 Schluck.

Dokumentation

Menge + was ging? Husten/Schlucken auffällig?

Eskalation

Dehydrierung/Schluckstörung → Fachkraft/Arzt nach Standard.

Don’ts

Kein „Du musst!“ – später erneut anbieten.
5) Körperpflege/Anziehen wird abgelehnt Scham
aufklappen

Sofort

Privatsphäre + Wärme sichern (Tür zu, Decke).
1 Schritt, Pause, Blickkontakt.

Gespräch

„Ich helfe dir, du bestimmst das Tempo.“
Wahl: Pulli oder Jacke zuerst?

Dokumentation

Trigger: Kälte? Schmerzen? Zeitdruck? bestimmte Person?

Eskalation

Wiederholt? Pflegeplanung/Team‑Review (Timing/Person/Schmerz).

Don’ts

Nicht „überfahren“. Nicht mit 3 Leuten gleichzeitig anfangen.
6) Angehörige überfordert / Konflikt Druck
aufklappen

Sofort

Wenn nötig kurz trennen: ruhiger Ort, 1 Person spricht.
Validieren: „Das ist hart. Sie machen das nicht falsch.“

Gespräch

„Erst Gefühl, dann Fakten.“
Nächste Mini‑Handlung: Tee, Foto, kurze Pause.

Dokumentation

Worum ging’s? Was wurde vereinbart?

Eskalation

Leitung/Sozialdienst für Folgegespräch einbinden.

Don’ts

Nicht klären, wer „recht hat“ – Fokus: Beruhigen + Plan.
7) Eigene Psychohygiene (du) Selbstschutz
aufklappen

Sofort

2 tiefe Atemzüge. Schultern runter. Wasser.
Mini‑Reset: 60 Sekunden raus (wenn möglich).

Gespräch

Mit Kollegin: „Ich brauch 5 Minuten – übernimmst du kurz?“
Mit dir: „Ich darf Grenzen haben.“

Dokumentation

Was triggert dich? Was wiederholt sich?

Eskalation

Wenn’s kippt: Unterstützung/Leitung anfordern (Burnout‑Prävention).

Don’ts

Nicht „durchbeißen bis zum Crash“. Kleine Pausen sind Systempflege.
8) Schlafrhythmus kippt (Tag/Nacht vertauscht) ruhig planen
aufklappen

Sofort

Reize runter: Licht warm, leise, eine Person spricht.
Bedürfnisse checken: Toilette, Durst, Schmerzen, Kälte.

Gespräch

Keine Diskussion über Uhrzeit – stattdessen Ritual anbieten (Tee, Musik, kurze Runde).
Tagsüber kleine Aktivierung + Tageslicht (wenn möglich) statt Mittagsschlaf‑Marathon.

Dokumentation

Wann beginnt es? Welche Trigger? Was hilft zuverlässig?

Eskalation

Wiederholt/neu: Team/Arzt checken (Schmerz, Infekt, Delir, Medikation).

Don’ts

Nicht „erzwingen“. Lieber Rhythmus sanft stabilisieren.
9) Sturzrisiko / unsicherer Gang prävention
aufklappen

Sofort

Stolperfallen weg, Schuhe/Anti‑Rutsch prüfen, Licht an.
Begleiten statt ziehen. Hilfsmittel nutzen (Rollator etc.).

Gespräch

„Ich geh mit dir.“ (Sicherheit geben, nicht kritisieren).

Dokumentation

Beinahe‑Stürze, Tageszeit, Schuhe, Blutdruck/Schwindel falls bekannt.

Eskalation

Neu/akut: Fachkraft/Arzt nach Standard (Schwindel, Infekt, Medikamente).

Don’ts

Nicht allein laufen lassen, wenn es gerade kippt.
10) Plötzliche Verwirrtheit (Delir‑Verdacht) akut
aufklappen

Sofort

Ruhige Umgebung, orientieren ohne Druck (Name, Ort, „du bist sicher“).
Basics prüfen: Trinken, Temperatur, Schmerzen, Toilette, Medikamente.

Gespräch

Kurze Sätze, eine Person führt, keine Reizüberflutung.

Dokumentation

Seit wann anders? Was ist neu? (Infekt, Sturz, Medikation, Schlafentzug)

Eskalation

Delir kann medizinisch sein → sofort Fachkraft/Arzt nach Standard.

Don’ts

Nicht als „nur Demenz“ abtun, wenn es plötzlich ist.
Aktivierung ohne Overload (Heim · Gruppe)

20–45 Minuten Module (low stress)

Sortierstation: Knöpfe/Münzen/Unterlegscheiben nach Größe/Farbe sortieren. Erfolg sichtbar, wenig Worte.
Sinnvolle Hände: Servietten rollen / Handtücher falten / Socken paaren. „Wir helfen dem Team“ statt „Beschäftigung“.
Musik‑Ritual: 2–3 Lieder (Ankommen → Mitklatschen → Ausklang).
Gegenstandsbox: 5–8 Alltagsdinge anfassen + „kennst du das?“ Keine Korrektur, nur begleiten.
Spiel ohne Verlierer: Softball in Eimer / Bilder‑Bingo / Mega‑Memory (8–12 Karten).

Regel: 1 Angebot, 1 Tempo. Niemand fliegt raus. Kein Testen.

Wenn Grundpflege ausfällt (Qualität & Würde)
Bewohner bleiben bis mittags im Bett / nicht gewaschen / keine Grundpflege ruhig + dokumentierbar
aufklappen

Sofort heute

Check: Durst, Toilette/Inko, nasse Kleidung/Bett, Schmerzen, Frieren.
Würde‑Quickfix: Gesicht/Hände, Mundpflege/Prothese, frische Kleidung, Wasser anbieten.
Wenn möglich: Lagerung/Mobilisation anstoßen (ohne Druck, nach Standard).

Gespräch ohne Krieg

1 Satz + 1 Bitte: „X ist noch nicht versorgt. Bitte jetzt Grundpflege + Lagerung.“
Bei Abwehr: „Ok. Dann bitte die verantwortliche Pflegefachkraft/Schichtleitung kurz dazu.“
Keine Vorwürfe – nur Ziel: Versorgung jetzt + Plan für morgen.

Dokumentation entscheidend

Datum/Uhrzeit + Bewohner/Zimmer + was genau fehlt (neutral, beobachtbar).
Hautzustand/Druckstellen/Feuchtigkeit/Ess‑Trink‑Situation notieren (wenn sichtbar).
Wer wurde angesprochen? Was wurde zugesagt? Was passierte tatsächlich?

Eskalation

Schichtleitung/PDL einbeziehen (bei Wiederholung: schriftlich).
Bei konkreter Gefährdung (Dekubitus/Dehydrierung/Verwahrlosung): konsequent hochziehen (Hausstandard, ggf. Heimleitung/Heimaufsicht).

Don’ts

Nicht nur mündlich „meckern“ – ohne Doku verpufft es.
Nicht alleine „kämpfen“ – Leitung/Team dazu holen.
Notizblock (kurz & schnell)

Vorfall notieren

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Mini‑Briefing (30 Sekunden)

Damit wir es perfekt machen

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Namen vermeiden (nur Zimmer/Uhrzeit)
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Top‑3 Probleme
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